lavare…

Unser Tagesablauf wird essentiell durch die Kinder bestimmt. Wann muss die Kleine trinken und
möchte die Große heute vielleicht auf den Spielplatz? Insofern ändert sich nichts zum Leben in Hamburg. Aber das ist genau das, was wir wollten: in die Orte eintauchen und sie erleben statt unter Zeitdruck Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten. Es ist also nur logisch, dass wir auch solchen Alltagsdingen wie Wäsche waschen nicht entkommen. Wir haben hier eine Waschmaschine, aber keinen Trockner, denn dort, wo die meisten Deutschen ihre Blumenkästen vor den Fenstern hängen haben, hängt der gemeine Venezianer seine Wäsche auf die Leine. In engen Gassen werden die Leinen gar quer über die Straße von Haus zu Haus oder auch über die Kanäle gespannt und ein jeder kann sehen, was sein Gegenüber so drunter trägt.

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Also habe auch ich unsere Wäsche auf die Leine gehängt, unsere „schwebt“ über dem kleinen Innenhof des Nachbarhauses. Gerade bei der Babywäsche laufe ich ständig Gefahr, dass etwas runterfällt. Aber das ist auch eine Art, die Nachbarn mal kennenzulernen. Wäre interessant zu wissen, wie viel Wäsche täglich aus den Kanälen hier gefischt wird.

Ciao Venezia!

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Wir haben ein Zuhause für die nächsten vier Wochen. Eine süße Wohnung mit Balkon und Dachterrasse, mitten in Cannaregio, einem Stadtteil mit einigen wenigen Hotels und vielen Einheimischen. Unglaublich schön. Nur die Anreise mit Gepäck für vier Personen und vier Wochen war ein ziemlicher Ritt, denn Venedig ist komplett autofrei, die Vaporetti und die Straßen Venedigs dafür aber voller Touristen. Unser Reiseführer sagt, dass in der Hochsaison jeden Tag so viele Touris nach Venedig kommen, wie Venedig Einwohner hat. Jetzt ist Nebensaison, trotzdem ist das Einsteigen und Aussteigen auf einem Vaporetto mit Kinderwagen und 3 großen Taschen eine echte Herausforderung. Unser Auto haben wir in einem Parkhaus in Mestre gelassen, „freies“ Parken an der Straße gibt es kaum und die Parkhäuser an der Piazzale Roma, der einzig befahrbaren Ecke Venedigs, kosten geschmeidige 30 Euro am Tag. Während unserer Anreise von Südtirol hierher stieg zuvor noch kurz der Adrenalinspiegel, als wir feststellten, dass wir zwar abgeklärt hatten, wo wir parken können, es aber versäumt hatten, auch einen Platz zu reservieren – und das Parkhaus zwar dreihundert Plätze vorzuweisen hat, aber nur 9 für Autos unserer Größe. Ein kurzer Blick ins Internet zeigte, dass man auch online buchen kann, zu einem Preis, der zwar nicht dem an der Piazzale Roma entsprach, mit dem man in Hamburg aber sicherlich die Monatsmiete eines großzügigen WG-Zimmers finanzieren könnte. Da stand aber was von 48 Stunden Bearbeitungszeit, sodass wir – wie es schien gezwungenermaßen – direkt zum Parkhaus fuhren, ohne vorher zu buchen. Unser Glück! Denn die kurze Frage, ob es einen Rabatt gäbe, wenn wir direkt für einen Monat mieten, führte dazu, dass wir dann auch „nur“ den in St. Georg üblichen Garagenpreis zahlen. Unsere Nachbarn werden wissen, dass auch das kein Schnäppchen ist, aber gefühlt haben wir so viel gespart, dass wir hier ein paar Mal schick essen gehen können.

Natz

Natz liegt in der Nähe von Brixen in Südtirol und ist eigentlich ein ganz beschauliches Dorf. Gefühlt besteht es fast ausschließlich aus Hotels und Apfelbaumplantagen.

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Eigentlich ein schöner Ort, um Urlaub zu machen. Allerdings fehlt es an etwas Wesentlichem: den Fußwegen. Es gibt hier nur kleine Straßen, die sich Fußgänger und Autofahrer teilen. Und zur Apfelerntezeit fahren hier fast ununterbrochen Autos, Trecker und andere Gefährte hin und her. Etwas anstrengend, wenn man mit Kinderwagen und einem singend-vorweg-hüpfenden Kind unterwegs ist. In unserem Hotel hingegen ist kaum was los, beim abendlichen Menu sind nur 4 Tische besetzt. Hat auch seine Vorteile: während alle beim Essen sind, trägt die nette Kellnerin unsere kleine brüllende Tochter durch die Gegend. Die ersten Zähne arbeiten sich vor, da müssen wir alle durch.

Morgen gehts weiter nach Venedig, ich freu mich so. Wir waren auf unserer Hochzeitsreise da und haben uns schockverliebt. Tochter 1 haben wir die letzten Wochen abends vorm Einschlafen immer häppchenweise aus dem Buch „Lavendel in Venedig“ vorgelesen. Ein in Romanform geschriebener Kinderreiseführer. Sehr nett. Ist zwar für etwas ältere Kinder, aber man kann während des Vorlesens ja auch die ein oder andere gruselige Stelle weglassen. Und auch ich kann mir so Details zu Sehenswürdigkeiten deutlich besser merken als bei den üblichen Reiseführern.

Unterwegs!

Wir sind tatsächlich losgefahren und sind jetzt auch schon seit 3 Tagen unterwegs. Die erste Nacht haben wir in Bad Hersfeld verbracht; die Entscheidung für diesen Ort fiel allein mit dem Finger auf der Landkarte. Ein adäquater Zwischenstopp nach etwa vierstündiger Fahrt, wenn man 2 kleine Kinder und keine Eile hat. Von Bad Hersfeld haben wir so gut wie gar nichts gesehen, unser Hotelzimmer hieß Bali – und sah auch so aus.

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Mein Mann hat der großen Tochter zu Beginn der Reise eine Stirnlampe geschenkt, die beiden möchten unterwegs mal zelten. Die wurde selbstverständlich gleich in Bad Hersfeld eingeweiht, nicht ohne den Hinweis von Tochter 1, dass die Lampe auch gut zu Teenagerzeiten auf dem Rückweg der Disco genutzt werden könne. Das will ich sehen!

Die nächsten 2 Tage haben wir auf einem charmanten Bauernhof in Neubeuern in der Nähe von Rosenheim verbracht. Kühe, Schweine, Hund, Katzen, Hase, alles da, was das Kinderherz begehrt.

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Und in Neubeuern wohnen liebe Freunde, die wir letztes Jahr auf Sardinien kennengelernt haben. Gemeinsam haben wir „den schönsten Ausflug der Welt gemacht“ – so unsere gleichaltrigen Töchter – und uns auf der Fraueninsel im Chiemsee von der Sonne bescheinen lassen.

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Jetzt sind wir in Natz in Südtirol angekommen, direkt zur Apfelernte.

Morgen geht´s los!

Kaum zu glauben, morgen geht´s los. Fast alles ist gepackt, gefühlte tausend Taschen stehen bereit und die Vorfreude kribbelt im Bauch.

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Tochter 1 hatte ihren letzten Kindergartentag und hat ein Köfferchen mit Andenken von ihrer Kindergartengruppe geschenkt bekommen. Da kamen mir glatt die Tränen. Überhaupt: bei den ganzen Verabschiedungen hier bei uns im „Dorf“ mitten in der großen Stadt, wo tatsächlich fast jeder jeden kennt (und wir als Eltern und ehemalige Hundebesitzer jedenfalls alle mit Kind und alle mit Hund kennen) wird man richtig sentimental. Und da soll noch mal einer sagen, wer in der Stadt wohnt, kennt seine Nachbarn nicht. Nun aber auf, auf! Für lange Zeit die letzte Nacht im eigenen Bett und dann der Sonne hinterher.

Noch 2 Tage….

…dann geht die große Reise los.Tochter 1 hat morgen ihren letzten Kindergartentag. Ich kann es kaum glauben, noch sprengt es die Vorstellungskraft dann tatsächlich mit Kind und Kegel auf Reisen zu sein. Wir haben mal auf einen Haufen geschmissen, was wir alles mitnehmen wollen. Die Spannung steigt, ob das alles in unser feuerrotes Spielmobil passt. Und was haben wir wohl vergessen beim Packen? Ich weiß nicht, wer aufgeregter ist, Tochter 1 oder ich. Tochter 2 nimmt es mit ihren knapp 4 Monaten noch sehr gelassen. Mein Mann packt ein und um, das muss sich doch alles noch besser verstauen lassen können…