Alfredo

Wir lernen auf unserer Reise ständig neue Leute kennen, wie unsere tolle Vermieterin in Venedig, die dort Stadtführungen anbietet und jetzt mit geschätzten Ende 40 noch Mal studiert. Oder die Chefin des Agriturismo in der Toskana, die, als ihr Mann in Rente ging, ihren Job als Steuerberaterin an den Nagel hing und einen Bauernhof in den Bergen kaufte, diesen nun mit ihrem Mann bewirtschaftet und „so ganz nebenbei“ eine Reitschule betreibt. Oder eben Alfredo. Ihn und seine Lebensgefährtin lernten wir in der Toskana kennen, aber sie leben in Rom. Alfredo war im Moment des Kennenlernens nett und zurückhaltend. Nach 2 Gläsern Wein war er quirlig, ungebremst und benahm sich – mit Verlaub – als hätte er ein paar neue Duracell-Batterien bekommen. Er versuchte, Tochter 1 typisch italienische Gesten beizubringen, so beispielsweise das Bohren mit einem Zeigefinger (von außen) in der Wange, was heißen soll, es hat phantastisch geschmeckt. Oder auch das Mit-den-Händen-Wackeln, gleichzeitig den Kopf Hin-und-Her wiegen und dabei laut mehrfach „Mamma Mia!“ ausrufen. Tochter 1 fand das sehr befremdlich. Während Alfredo nun wild gestikulierend Essen bewertete oder Situationen nachspielte, gab er uns unzählige Rom-Tipps. Das ansehen! Dort einkaufen! Und unbedingt in dem Ristorante essen, in dem er als Kellner arbeitet, denn „Food is my passion“. Da kam man kaum mit und seine Lebensgefährtin nicht zu Wort. Alfredo, geschätzte 30 Jahre sah dabei aus wie eine Mischung aus Steve Urkel und Eros Ramazotti in Halbarm-Oberhemd und Pullunder. (Am nächsten Morgen beim Frühstück im Agriturismo kam er dann im Schlafanzug – Hellgrau, mit kleinen Fähnchen auf dem Oberteil.) Sachen gibt´s!

Nun sind wir aber in Rom. Drängeln uns gemeinsam mit gefühlten Millionen anderen Menschen die Shopping-Meile der Via del Corso entlang und setzten uns erschöpft in ein Straßencafé als Tochter 1 wie von der Tarantel gestochen unter den Tisch gleitet. Was ist geschehen? Sie hat doch tatsächlich im Nachbarcafé Alfredo erblickt und ist in Schockstarre verfallen, vermutet sich doch, sie solle jetzt mit dem Finger in der Wange bohrend darstellen wie hervorragend die heiße Schokolade schmeckt.
Die Welt ist klein. Aber in ein paar Tagen gehen wir vielleicht mal im Restaurant von Alfredo essen, wäre bestimmt lustig. Wir müssten Tochter 1 nur schonend darauf vorbereiten.

Ach

Wir tun uns noch etwas schwer in Rom. Wäre ich ein Mann, würde ich vielleicht sagen, Rom ist wie eine wunderschöne Frau, laut, launisch, impulsiv und sich ihrer Schönheit in jedem Moment bewusst. Sie kommt uns nicht entgegen, sondern will gefallen, wie sie ist.

Featured image

Die nächstgelegenen Parks kosten Eintritt oder sind Sonntags geschlossen, die „Anreise“ zu historischen Orten oder der wunderschönen Villa Borghese (mit Spielplatz) gestaltet sich mit Kinderwagen häufig ziemlich schwierig und aufwendig. Die U-Bahn hat nur 2 Linien, das Busnetz ist zwar umfangreich, hat aber keinen festen Zeitplan. Entweder der Bus kommt – oder eben nicht. Erschwerte Bedingung ist bei uns momentan, dass wir begonnen haben, Tochter 2 mit Brei zu füttern, und da die Gläschen hier so interessante Geschmacksrichtungen wie „Käse“ oder „Gekochter Schinken“ haben, haben wir uns entschlossen, den Brei selbst zu kochen. Und zumindest in den ersten zwei Brei-Wochen werden wir die Raubtierfütterung mit anschließendem Renovierungsbedarf in den „eigenen“ vier Wänden abhalten. Erschwerend kommt weiter hinzu, dass Tochter 2 vorgestern in einer Heißhungerattacke den halben Stadtplan aufgegessen hat – ja genau, den guten, mit den Buslinien! Zu ihrer Verteidigung hat sie nur ein „Ach“ von sich gegeben. Aber momentan sagt sie auch nichts anderes. Und so ein „Ach“ passt ja eigentlich auch fast immer.

Umgangsformen

Eine Freundin, die wir in Venedig kennengelernt haben, sagte, je weiter man in Italien nach Süden komme, umso wilder führen die Italiener Auto, umso schwerer sei das Italienisch zu verstehen und umso ruppiger seien die Italiener im Umgang mit ihren Mitmenschen. Was das Autofahren betrifft, kann ich klar zustimmen. Ob das Italienisch hier schwerer zu verstehen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Mein Italienisch ist eher mager, ich habe in Venedig genauso viel oder auch genauso wenig verstanden, wie hier in Rom.
Der Umgang der Menschen miteinander aber ist hier wirklich bemerkenswert, denn er ist sehr ambivalent. Während mir in der Straßenbahn beim Einsteigen mit Tochter 2 mehrere Menschen ihren Platz anbieten, lässt mich in genau derselben Straßenbahn keiner beim Aussteigen mit dem Kinderwagen durch, sodass ich beinahe ungewollt eine Station weiter fahren muss. In vielen Geschäften wird Freundlichkeit nicht unbedingt groß geschrieben, der Kunde scheint Störfaktor, und „Per favore“ und „Grazie“ scheinen unnötige Zeitdiebe zu sein. In anderen Geschäften erlebt man den totalen Gegensatz: Kunden werden mit Schatz („Tesoro“) angeredet, mir wird als „Amore“ ein schönes Wochenende gewünscht, und ein Kassierer sagte zu einem Mann mittleren Alters „auf Wiedersehen, Liebster“ („Arrivederci Carissimo“). Ich stelle mir vor, wie sich der Mann an der Supermarktkasse in Hamburg wohl verhalten würde, wenn ich ihn Schatz nennen würde. Oder wie würde in Hamburg ein „ganzer Kerl“ reagieren, wenn beispielsweise der Tankwart zu ihm sagen würde „Ein Schönes Wochenende, Liebster“?
Aber die Römer sind wie gesagt nicht immer auf Kuschelkurs, sie brüllen sich auch gerne mal an. Bei uns im Hause wohnt Lorenzo, er scheint ein ganz schön schlimmer Finger zu sein, denn nahezu täglich ergeht sich eine Frauenstimme in – wie es scheint – wilden Beschimpfungen. Wir liegen jetzt gespannt auf der Lauer, wer denn wohl dieser Lorenzo ist. Denn bislang wissen wir nicht, ob er fünf oder doch schon fünfzig ist und was er denn so treibt, dass er so ausgeschimpft wird. Tochter 1 ergeht sich in wilden Mutmaßungen. Aber vielleicht betreibt Lorenzo auch einfach ein kleines Geschäft in der Nähe, und nennt nach Meinung seiner Frau zu viele Kundinnen Amore oder Tesoro.

Laterne, Laterne

Tochter 1 genießt die Auszeit, aber ein paar Sachen vermisst sie natürlich dennoch, allen voran ihre Freunde aus der Kita. Die Kinder, die wir unterwegs treffen, sind ja nur für kurze Zeit Spielgefährten und sprechen meist kein Deutsch. Was tun?
Um vorab ein paar Kontakte zu knüpfen, habe ich als unser Reiseziel Rom feststand, den deutschen Kindergarten (ja, so etwas gibt es hier, direkt bei der deutschen Schule!) angeschrieben und nachgefragt, ob die vielleicht immer zum gleichen Spielplatz gehen. Ich bekam eine äußerst nette Antwort und die Einladung, doch zum Laternenumzug zum Martinsfest mit Tochter 1 vorbei zu kommen. Man muss wissen: in unserem heimischen „Dorf“ im Herzen Hamburgs ist für die Kinder der Laternenumzug eines der Highlights im Jahr. Wochen vorher werden fleißig Laternen gebastelt und die entsprechenden Lieder geübt. Jede Kita hat einen eigenen Laternenumzug, wer will, kann also locker an 5 oder 6 Laternenumzügen teilnehmen. Mal mit Spielmannszug, mal ganz beschaulich mit mehr oder weniger textsicherem Gesang, oder – wie von der Kita von Tochter 1 – erst mit einem Gottesdienst mit Schauspiel der Schulkinder und anschließendem Laterne-Laufen durch St. Georg mit einem St. Martin auf dem Pferde vorweg. Die Herzdamengeschichten erklären dies ausführlich, da bedarf es keiner weiteren Ergänzung.
Als ich Tochter 1 nun berichtete, dass es auch in Rom einen Laternenlauf gäbe: helle Begeisterung im Kindergesicht. Schon in Venedig sind wir dann ins Papierfachgeschäft gelaufen, um Tonpapier, Pergamentpapier, Klebe und alles weitere zu kaufen, was man eben so braucht, wenn man eine Laterne basteln will. Mit dem wirklich gelungenen Laternenexemplar machen Tochter 1 und ich uns dann auf den Weg zur deutschen Schule.

Featured image

Leider habe ich das Bus-Tram-U-Bahnnetz hier noch nicht so ganz durchdrungen und die Deutsche Schule ist nur durch mehrfaches Umsteigen erreichbar. Aber nicht dass Ihr glaubt, dass wenn man einen Bus verpasst, der nächste an gleicher Stelle nur 10 Minuten später fährt. Nein, der ATAC, der römische ÖPNV, schlägt mit immer neue Starthaltestellen vor. Es fängt an zu regnen, wir nehmen ein Taxi. Bei der deutschen Schule angekommen erschlagen mich zunächst die Menschenmassen. Denn es steht, wie ich feststelle, nicht nur das Laterne-Laufen auf der Agenda, sondern auch ein Schulfest. Die Schule (samt Kindergarten) ist riesig. Eigenes Schwimmbad, Tennis- und Fußballplätze, soviel ich auf den ersten Blick sehen kann, und um die 900 Schüler, die zum Fest mit Eltern, Geschwistern und wem-auch-immer gekommen sind. Ab 17 Uhr sammeln sich dann alle vor der Schule und zünden die Laternen an. Nach etwa 20 Minuten werden die Laternen wieder ausgepustet, weil der erste Gang durch die Schulflure geht. Brandschutz! Dann sammelt man sich erneut, um den Sportplatz herum. Laternen wieder an. Und siehe da: St. Martin mit leuchtender Rüstung, einem roten Mantel auf einem wunderschönen schwarzen Pferd. Alle schauen gebannt zu. Irgendwo ganz weit weg spielt ein Mann auf einer Gitarre die typischen Laterne-Lieder. St. Martin reitet nun auf dem Sportplatz umher, da kommt auch schon der Bettler. Und was macht St. Martin? Er reitet an dem Bettler vorbei, um den Bettler herum, vor dem Bettler weg. Hinter dem Bettler her. Sein Pferd kann wirklich grandiose Sachen, es hüpft auf der Stelle, trabt seitwärts und dreht sich auf der Hinterhand. Nach 30 Minuten fragt Tochter 1, wann St. Martin denn wohl gedenke, mit dem armen Mann mal seinen Mantel zu teilen. Außerdem möchte sie wissen, wann denn eeeeendlich das Laterne-Laufen losgehe. Ich frage eine Mutter neben mir. (Also nur nach dem Laterne-Laufen). Diese antwortet mir: „Also gelaufen wird hier gar nicht. Wissen Sie, dass hat die letzten Jahre ja so gar nicht geklappt, da gibt es eben nur dies Martinsspiel.“ Tochter 1 ist enttäuscht und will nach hause. Ob der Bettler jetzt noch ein Mantelteil bekommt, ist ihr egal, denn sie friert selber. Wir machen uns also auf den Rückweg, ich denke, ich bin schlau und lasse ein Teenager-Mädel der Schule bei dem örtlichen Taxibetrieb anrufen und mir ein Taxi bestellen. So stehen wir nun und warten. Es fängt an zu regnen. Taxi um Taxi zieht an uns vorbei, alle winken ab, oder sind für andere vorbestellt. Dann endlich, ein Taxi naht. „No. 35?“ frage ich, der Taxifahrer bejaht, ich schiebe Tochter 1 ins Taxi, nur um unverzüglich von einer älteren italienischen Signora beschimpft zu werden, die gefährlich mit ihrem Regenschirm schwenkt. Der Taxifahrer hatte sich leider verhört, es war Taxi No. 45 und für die Signora reserviert, die mir wohl am liebsten eins mit ihrem Schirm verpasst hätte. Nach 40 Minuten im Regen rufe ich dann noch mal selbst bei der Taxizentrale an, die mir mitteilt, dass das Mädchen, das für mich da angerufen hatte, wohl zu schnell aufgelegt hatte, sodass die Fuhre wieder storniert worden war. Ein neues Taxi wird mir zugesichert, dass aber nach weiteren 20 Minuten noch nicht da ist. Mittlerweile gewittert es und Tochter 1 muss mal auf´s Klo. Ich laufe dem nächsten Taxi, das ich sehe, fast vor´s Auto, als ich feststelle, dass da schon jemand auf dem Beifahrersitz sitzt. Mist! Doch der Fahrer fragt mich, wie viele Personen wir seinen und wohin wir wollten. Wir dürfen einsteigen. Das auf dem Beifahrersitz ist die Frau vom Taxifahrer, die ihn wohl meist begleitet. Leider kennen weder er, noch seine Frau oder gar sein Navi unsere Straße. Macht nix. Ich reiche ihnen mein Handy mit Google-Maps nach vorn. Sie verstehen zwar die deutschen Anweisungen von Samantha nicht, aber die Frau des Taxifahrers lotst ihn dank der Straßenkarte tatsächlich auf dem kürzesten Weg nach Trastevere. Zuhause angekommen kippen wir das Wasser aus den Schuhen. Von Laterne-Stehen hat Tochter 1 jetzt erstmal die Nase voll.

Roma

Wir sind bei unserer nächsten Station angekommen: Rom.

Featured image
Und die Ankunft war turbulent! Streik und Demos in der Innenstadt. Damit kennen wir uns zwar in Hamburg leider zur Genüge aus, aber in der ewigen Stadt ist das dann doch etwas anderes. Denn die Römer fahren genau so Auto, wie man es vorurteilsbehaftet denken könnte. Rote Ampel? – Ach was, bloß ein unverbindlicher Hinweis. Von der rechten Spur links abbiegen? – Kein Problem, man muss einfach immer starr geradeaus blicken und so tun (und vor allem so fahren), als sei man allein auf der Straße. Dazwischen wuseln tausende von Motorrollern, die auch gern die Abkürzung über den Fußweg nehmen, wenn´s passt. Und wir mit unserem feuerroten Spielmobil mittendrin. Tochter 2 brüllt zu allem Überfluss gern in voller Lautstärke gegen Samantha, unser Navi, an. Während der Fahrt dann der Versuch letzter Feinabstimmungen mit unserem Vermieter Rodolfo. (Was für ein Name! Das wirkt doch ganz anders als so ein schnödes deutsches Rudolf). Rodolfo ist nämlich sehr engagiert, spricht aber so gar kein englisch, liebt dafür aber google translate umsomehr. Und so enträtseln wir E-Mails, die immer höflich mit „Good Day“ beginnen, in der Mitte aber gern an Sinn verlieren. So fragte er beispielsweise, mit wie vielen Personen wir den „path of light“ betreten würden. Dabei heißt die Straße, in der wir wohnen bloß Via della Luce.

Aber gut, wir sind angekommen, haben eine wirklich tolle Wohnung im Stadtteil Trastevere und sind gespannt, was uns die nächsten Wochen so bringen.

Landleben

Tochter 2 schläft für ihre 5 Monate wirklich gut. Einmal in der Nacht wird sie wach, trinkt was, wird gewickelt und schläft dann meist schnell wieder ein. Heute nacht weckte sie uns gegen vier Uhr. Draußen war es noch stockfinster. Wir machten das Licht an. Trinken, neue Windel. Licht aus. Dann ging es los: Etwas krächzend, als hätte er gestern Abend etwas zu tief ins Glas geschaut, begann der erste Hahn seinen Weckruf. Nach und nach stimmten in verschiedenen Tonlagen seine Kollegen – etwa zehn an der Zahl – mit ein. Ja, ja, hier kann uns zwar kein Nachbar ins Schlafzimmer schauen, die Hühnergehe sind allerdings direkt gegenüber. Tochter 2 schlief mittlerweile wieder fest. Ich war wach. So ein Hahn-Wecker funktioniert wirklich gut.

Tagsüber hatte Tochter 1 dann ihre allererste Reitstunde, ohne dass jemand das Pony führte. Lange hatte sie diese herbeigesehnt und saß nun wie ein stolzes kleines Cowgirl auf dem Pony. Ich habe lange überlegt, ob ich es auch wagen soll, mich auf ein Pferd zu setzen. Wie so viele Mädchen bin ich früher geritten, saß aber locker 15 Jahre nicht mehr im Sattel. Wie würde es sein? Gehört Reiten zu den Sachen, die man nicht verlernt, wie Fahrradfahren? Oder fällt es doch eher in die Kategorie der Hula-Hoop-Reifen, die sich die Eltern, die neu beim Kinderturnen sind, in Erinnerung an ihre Kindheit schnappen, und dann gnadenlos scheitern, wenn der Reifen „plopp“ einfach an ihnen herunterrutscht? Ersatzweise seien hier Reckstangen auf dem Spielplatz genannt, an denen Eltern ihren Kindern einen Aufschwung zeigen wollen, oder auch der bloße Versuch, ein Rad zu schlagen.
Kurz und gut: ich hab´s gewagt. Und es ging noch. Okay, das Pferd war eher gemütlicher Natur und musste ordentlich angetrieben werden. Aber es klappte.

Featured image

Da habe ich mich gefreut. Tochter 1 hat sich gefreut, wie gut es bei ihr ging. Aber am meisten hat sich wohl mein Mann gefreut, als ich ihm sagte, dass ich zwar gern mal reite, ein eigenes Pferd zu aufwendig sei, wenn wir wieder zurück in unserem kleinen Bahnhofsviertel sind.

Herbst in der Toskana

Nach einem frühmorgendlichen Aufbruch in Venedig sind wir nach knapp vierstündiger Autofahrt bei unserem nächsten Ziel angekommen, einem kleinen Agriturismo in der Nähe von Florenz. Es ist in vielerlei Hinsicht das totale Kontrastprogramm zu Venedig: während Venedig autofrei und voller Touristen ist, und das nächste Restaurant direkt im Nachbarhaus war, sind wir hier in den Bergen – mit vielen Tieren, aber wenig Menschen und zum nächsten Supermarkt fährt man zwanzig Minuten mit dem Auto. Tochter 1 genießt auch hier die Selbständigkeit, geht alleine zu den Ställen und schaut sich die Tiere an. Gestern hat sie auf einem Pony einen geführten Ausritt gemacht, selbstverständlich nachdem sie vorher das Schnitzel-Pony (es sah nach einem Matsch-Bad ziemlich paniert aus) geputzt hatte.

Featured image

Aber verliebt hat sie sich in den Haus-und-Hof-Hund „Dingo“, ein Schäferhundmischling, der einem Pony in der Größe in Nichts nachsteht.
Abends kocht Antonella, die Chefin hier, für alle Gäste ein typisch italienisches Abendessen. Alle sitzen beim offenen Kaminfeuer zusammen an einer langen Holztafel, alle sprechen durcheinander, wir sind die einzigen Nicht-Italiener. Die Lautstärke ist genau so, wie man es aus italienischen Filmen kennt. Das Essen ist fabelhaft. Und oppulent. Bruschetta vorweg, dann Pasta, dann Fleisch und Gemüse, dann noch Dolci. Wo lassen die Italiener das bloß? Ich habe mir als Maßnahme gegen das Hüftgold ein Pilates-Programm auf das Handy geladen, aber Anweisungen wie „Arme entlang des Körpers, Beine leicht prisognuty“ lassen mich sprachlos und trainieren allenfalls meine Lachmuskeln…