Burano

Vor ein paar Tagen waren wir abends mit unserer Vermieterin essen, die in Venedig private Stadtführungen anbietet. Sie liebt ihr Venedig und hat immer tolle Tipps. Nun empfahl sie uns einen Besuch in Burano. Burano? Laut unserem lonely planet ist Burano bekannt für Spitzendeckchen. Da sind wir – mit Verlaub – wohl nicht die richtige Zielgruppe, so ganz ohne Schrankwand aus deutscher Eiche. Nun war aber Samstag, herrlichstes Wetter und nur wer total von Sinnen oder nur für kurze Zeit in Venedig ist, geht am Samstag Richtung Markusplatz oder Rialtobrücke, da dies einer Touristenpolonaise gleichkommt – an der möchte man nicht teilnehmen. Schon gar nicht mit Kinderwagen. So machten wir uns spontan doch auf den Weg zum Vaporetto Richtung Burano. Da werden wohl am Samstag kaum Touristen hinfahren? Der Durchschnittstourist ist ja nur 5 Stunden in Venedig, die anderen allenfalls ein Wochenende. Weit gefehlt. Als wir die Schlange beim Vaporetto sahen, wollten wir schon wieder umdrehen, wurden jedoch von den Massen aus amerikanischen, asiatischen und deutschen Touristen weiter aufs Boot getrieben. Letztere erkennt man leider immer sofort. Klettverschluss-Sandalen, weiße Socken und – beware of the pickpockets – den Rucksack vorn tragend. Und alle schubsend und drängelnd, so eine 40-minütige Vaporetto-Fahrt kann schon lang dauern, wenn das Baby schreit.
Und dann endlich Burano. Und das entschädigte uns alle. Das Baby, weil es endlich in der Karre schlafen konnte, Tochter 1, weil sie sofort einen Spielplatz entdeckte, und uns, weil Burano einfach total süß ist. Im wahrsten Sinne des Wortes. Burano sieht aus wie eine Bonbonpackung. Kleine Häuschen in allen erdenklichen Bonbon-Farben, ein fürchterlich schiefer Kirchturm und ja, ein paar Läden mit Spitzendeckchen, aber auch andere nette Geschäfte.

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Allein der Anblick dieses kleinen Städtchens bei strahlend blauem Himmel machte gute Laune. Und der Aperol Spritz und das wirklich leckere Essen im Restaurant vor Ort steigerten die noch. Und mit dieser positiven Energie gestärkt konnten wir auch das „ich-bekomme-Zähne-Gebrüll“ auf der Rückfahrt locker nehmen.

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