Verständigung

Kinder verstehen sich fabelhaft ohne Worte. Sie stehen zusammen auf dem Spielplatz,jedes redet in seiner Sprache auf die anderen ein und sie spielen ganz hervorragend. Fangen oder verstecken. Was auch immer. Das ist bei uns Erwachsenen ja nicht immer der Fall.

Am Sonntag wollte Tochter 1 unbedingt in die Kirche gehen und sich ansehen, wie ein Gottesdienst hier so abläuft. Wir machten uns auf den Weg in die Basilika San Marco.

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Das hatte den Vorteil, dass ich mir die wunderschönen Gold-Decken der Basilika noch Mal ansehen konnte, ohne vorher anstehen zu müssen (und mich von Touris mit ihren Fotoapparaten schubsen zu lassen). Wir hatten Glück und ergatterten Plätze in der ersten Reihe, also fast beim Pfarrer auf dem Schoß. Als die Orgel anfing, fragte Tochter 1, mit der wir in Hamburg hauptsächlich den Familiengottesdienst besuchen „Und wann kommen die Drachenkälber?“ – so heißt der Kinderchor in unserer Heimatgemeinde. Die Enttäuschung war groß, als „nur“ ein wirklich hervorragender Erwachsenenchor sang. Die Lesung und die anderen Sachen, die der Pfarrer dann sprach, verstanden wir nicht. Mein Italienisch wird zwar langsam besser, beschränkt sich aber bislang eher auf den Einkauf alltäglicher Dinge – also verhungern werden wir nicht – und den Austausch von Freundlichkeiten. Tochter 1 fing an sich zu langweilen und rutschte auf ihrem Stuhl herum. Aber wir hatten Glück, denn neben uns saß ein Mexikaner. Der übersetze mir nun die Lesung ins Spanische und ich übersetzte weiter für Tochter 1 ins Deutsche. Tochter 1 hielt die ganze Messe durch!
Auf dem Nachhauseweg kamen wir an einer Drogerie vorbei. Das passte gut, denn ich hatte äußerst erfolgreich ein Billig-Taschentuch mit der dunklen Wäsche gewaschen und über alle Teile legte sich jetzt ein weißer Taschentuch-Flaum. Eine Fusselbürste musste her. Leider wußte leo keine Übersetzung und der Herr hinterm Tresen, der auf die achtzig zuging, konnte kein Englisch. Also versuchte ich ihm zu erklären, dass ich Taschentücher (fazzoletti) in der Maschine gewaschen habe. Leider bedeutet das von mir verwendete „macchina“ jedoch nicht Maschine im Sinne von Waschmaschine, sondern Auto. So dass ich dem Herrn lang und breit erklärte, ich hätte Taschentücher im Auto gewaschen. Er sah mich äußerst verwirrt an. Zum Glück war der Laden so klein, dass er die Sachen, die Touristen häufiger mal brauchen, an der Kasse aufgehängt hatte. Und so entdeckte Tochter 1 eine Klebe-Fusselrolle, mit der sie nun – nachdem ich mich der Wäsche angenommen hatte – in der ganzen Wohnung die Sofas und Bettdecken bearbeitet.

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