Tipps für eine Reise nach Venedig mit Kindern

2014-10-31_15-16-58-Bearbeitet

Reiseliteratur:
Wir haben mit Tochter 1 „Lavendel in Venedig“ gelesen, ein schöner Kinderreiseführer, geschrieben aus der Sicht eines Mädchens, das mit seinem Vater nach Venedig reist. Das Buch ist schon etwas älter, schadet aber nicht. Auch schön: „This is Venice„, das Original ist aus den 60er Jahren mit wundervollen Bildern, die Texte sind auf Englisch.

Einpacken:
Nur das Nötigste, denn wenn man nicht eines der teuren Wassertaxis nehmen möchte, muss man seine Sachen alle selbst bis zum Hotel/zur Wohnung tragen. Achtung: die Brücken hier sind – mit wenigen Ausnahmen – mit Treppenstufen!

Übernachten:
Es gibt unzählige Hotels. Für alle die, die länger bleiben, bieten sich auch möblierte Wohnungen an, z.B. über airbnb oder fewo-direkt. Ein hübsches, kleines Hotel, in dem in den Zimmern auch Platz für Reisende mit Kindern (separates Schlafzimmer!) ist das Oltre il Giardino in San Polo. Nicht günstig, aber toll. Wir waren da auf Hochzeitsreise.

Anreise:
Flugzeug: Wer mit dem Flugzeug kommt (easyjet und Germanwings bieten z.B. günstige Direktflüge ab HH), fährt anschließend am besten vom Flughafen Marco Polo mit einem Alilaguna-Boot weiter bis zu einer der Haupt-Vaporetto-Stationen (z.B. San Marco, Fondamente Nove und Rialto). Das Ticket Hin-und-Rück kostet knapp 30 Euro.
Auto: Wer mit dem Auto kommt, sollte dies entweder in Mestre (dann geht es mit dem Bus bis zur Piazzale Roma von wo aus die Vaporetti fahren) oder am Flughafen lassen (dann kommen noch die Alilaguna-Kosten hinzu). Die Parkhäuser am Piazzale Roma sind unverschämt teuer! (ca. 30 Euro/Tag), zumal man in letzteren meist die Autoschlüssel abgeben muss.
Bahn: Wer mit der Bahn kommt (z.B. mit dem Nachtzug von München), kann ab dem Bahnhof (Ferrovia) direkt mit dem Vaporetto weiterfahren.

Von A nach B:
Mit den Vaporetti des ACTV: hier gibt es auch Tages- (20 Euro), 2-Tages- (30 Euro) oder 3-Tages- (40 Euro) oder sogar Wochenkarten (60 Euro).
Mit dem Traghetto (einer großen Gondel, in der man stehen muss) lässt sich der Canal Grande an einigen Stellen überqueren, 2 Euro je Überquerung. Die „Stationen“ sind in den Stadtplänen verzeichnet. Einen Kinderwagen kann man im Traghetto allerdings schlecht mitnehmen.
Mit dem Wassertaxi: die wohl teuerste Möglichkeit

Touristisches:
Museen/Kirchen: Lange Museumsgänge sind mit Kindern ja meist schwierig, zu empfehlen sind dennoch der Markusdom und der Dogenpalast. Der Markusplatz ist ein Muss (vor allem bei Acqua Alta) -aber nicht unbedingt alles hintereinander weg.
Stadtführungen: Tolle Führungen in Kleingruppen (auch zu Spezialthemen) sowie private Führungen bietet walksinsidevenice. Dort gibt es auch Führungen für Kinder mit Fahrt auf dem Canal Grande und Eis-Tasting.
Ausflüge: Schön ist eine Fahrt nach Murano um den Gläsbläsern zusehen, auch toll ein Besuch der wunderhübschen, bunten Insel Burano. Diese Ausflüge kann man gut verbinden.
Gondelfahrt: Die Fahrt in einer Gondel ist toll – für Erwachsene und für Kinder- , schlägt mit 80 Euro für 30 Minuten aber ordentlich zu Buche.
Musik: Wenn die Kinder Musik lieben: das hübsche Palazzetto Bru Zane bietet einmal im Monat Familienkonzerte an.
Kunst: Alle 2 Jahre findet in Venedig die Biennale statt – das nächste Mal 2015. Hier gibt es spezielle Führungen für Familien mit Kindern.
Karneval: Fast alle Kinder lieben Karneval. Wer mit seinen Kindern zur Karnevalzeit nach Venedig reist, muss sich aber darüber im Klaren sein, dass die sonst schon sehr volle Stadt nun aus allen Nähten platzt. Straßenzüge werden Teilweise zu Einbahnstraßen (und hier gehen ja nur alle zu Fuß) erklärt, damit ein Vorankommen überhaupt nötig ist. Wer sich auf den Trubel einlässt, kann sich über eine Stadt voller Verkleideter Menschen, Plätze voller Gaukler, Musikanten und Zauberer und ein buntes Unterhaltungsprogramm – auch für Kinder – freuen. Die genauen Daten und das Programm findet man hier.

Spielplätze:
Venezianische Kinder spielen hauptsächlich auf den Campi hier, den großen Plätzen. Es gibt aber auch einige wenige Spielplätze. Unser Favorit: Sant´ Elena, direkt hinter der gleichnamigen Vaporetto-Station. Der Spielplatz bei der Biennale ist eher was für kleinere Kinder, ebenso wie der Spielplatz im Parco Sauvignan.
Für alle die länger bleiben: in Dorsoduro gibt es eine Sprachschule für Kinder, die auch italienischen Kindern deutsch beibringt. Die Mütter treffen sich regelmäßig mit den Kindern auf verschiedenen Spielplätzen.

Strand:
Bei schönem Wetter mit dem Vaporetto bis Lido. Die öffentlichen Strände sind links.

Babykram:
Windeln und weiteres Wickelequipment gibt´s in den Supermärkten und Drogerien, Milchpulver, Gläschen etc. in Apotheken und auch in einigen Supermärkten, am meisten vertreten sind hier Billa und Coop. Eine größere Drogerie ist in der strada nuova zu finden. Bekleidungsgeschäfte für Kindermode gibt es in Venedig fast an jeder Straßenecke. Wer größere Sachen wie ein Babybett, Kinderroller etc. benötigt, wird auch im Second Hand-Shop für Kindersachen fündig. Zum Teil verleihen sie dort auch Babybetten, ebenfalls vermitteln sie (italienischsprachige) Babysitter.

Essengehen:
in den meisten Restaurants zahlt man für´s Gedeck, z.T. auch noch einen Serviceaufschlag. Kinder zahlen in der Regel nichts.
Achtung: Apfelsaft ist hier in den Restaurants meist leuchtend grün und schmeckt wie Brausepulver.

Ein Espresso für die Eltern:
Heißt hier nur caffè und kostet am Tresen deutlich weniger, als wenn man sich in der Bar hinsetzt. In der Regel ca. 1,10 Euro. Gutes Beispiel ist hier ein Café direkt am Markusplatz: der Espresso am Tresen kostet 1,50 Euro, wenn man drinnen sitzt 4,50 Euro und wenn man draußen sitzt und der Musik lauscht geschlagene 10 Euro.

Zum Arzt:
Eine Liste deutschsprachiger Ärzte gibt es hier. Diese müssen allerdings privat bezahlt werden. Eine Alternative ist der Besuch im Krankenhaus, der zumindest teilweise über die deutsche Krankenversicherung abgerechnet werden kann.

Ansonsten: Venedig ist großartig! Gute Reise und viel Spaß!

(zuletzt aktualisiert: 27.02.2015)

2 Gedanken zu „Tipps für eine Reise nach Venedig mit Kindern

  1. Pingback: Arrivederci Venezia | lesestaebchen

  2. Pingback: Woanders – diesmal mit Albanien, Adelhaid, ausgewählten Kindern und anderem | Herzdamengeschichten

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