Tipps für eine Reise nach Rom mit Kindern

Reiseliteratur:
Als Vorbereitung auf unsere Reise haben wir mit Tochter 1 Komm mit! Rom für Kinder gelesen. Ist ganz nett, leider fehlt ein bisschen der rote Faden, um Kinder im Kindergarten-/Vorschulalter am Ball zu halten.
Für größere Kinder empfiehlt sich Für Eltern verboten: Rom: Der cool verrückte Reiseführer, der die Altersgruppe ab 8 Jahren anspricht.
Diese Kinderreiseführer erzählen den Kindern, was es in Rom alles zu bestaunen gibt und erklären ein bisschen geschichtlichen Hintergrund. Geht es um Anfahrtswege, Preise und Öffnungszeiten, sollten die Eltern sich ebenfalls einen Reiseführer gönnen.

Übernachten:
Rom platzt fast vor Hotels und B&B, da findet man über die üblichen Portale sicher immer was. Für alle, die einen längeren Aufenthalt im Sinn haben, oder auch in Rom ihre „eigenen“ vier Wände wollen, empfehlen sich die Wohnungsvermittlungen flatinromefewo-direktairbnb oder romehome.
Da der öffentliche Personennahverkehr etwas schwierig ist, ist es sinnvoll, sich zunächst einen groben Plan zu machen, was man in Rom alles sehen/machen will, um anschließend bei der Wohnungs-/Hotelwahl danach wählen zu können (z.B. fußläufige Nähe zu einem bestimmten Park).

Anreise:
Mit dem Flugzeug: Rom hat 2 Flughäfen, der größere ist Fiumicino (Aeroporto Leonardo da Vinci, Kürzel „FCU“). Er wird von den meisten Fluglinien direkt, z.B. Germanwings oder easyjet angeflogen. Der kleinere ist derFlughafen Ciampino (Aeroporto Giovan Battista Pastine, Kürzel: „CIA“), hier fliegt zum Beispiel ryanair hin. Vom jeweiligen Flughafen ins Stadtzentrum kommt man entweder mit dem Taxi (hier gibt es Fixpreise), mit Shuttlebussen oder mit der Bahn.
Mit der Bahn: Für alle, die aus Süddeutschland oder Österreich anreisen, ist die Bahn eine gute Alternative, so gibt es z.B. einen Nachtzug ab München. Die meisten Bahnen kommen bei der Station Termini an, von dort aus sind alle Stadtteile gut erreichbar.
Mit dem Auto: Wer mit dem Auto anreist, braucht starke Nerven, denn der Verkehr in Rom ist eine echte Herausforderung. Da die meisten öffentlichen Parkplätze nur Kurzzeitparken vorsehen, ist es ratsam, sich vorher einen Garagenplatz anzumieten. Die meisten Garagen werden – anders als in Deutschland – komplett zugeparkt und man gibt die Autoschlüssel mit ab. Wenn man nun sein Auto nutzen möchte, muss man eine halbe Stunde vorher anrufen, damit das Auto freigeparkt werden kann.

Von A nach B in Rom:
Öffentliche Verkehrsmittel: Rom hat 2 U-Bahnlinien, diverse Busse und Straßenbahnen, die vom ATAC betrieben werden. Fahrkarten gibt es bei den Tabacchi, zum Teil auch in den Straßenbahnen und Bussen direkt oder am Bahnhof. Die Karten kosten EUR 1,50, müssen vor Fahrtantritt entwertet werden und sind ab Entwertung Minuten gültig. Es ist zu empfehlen, mehrere Fahrkarten auf Vorrat zu kaufen, da in einigen Bussen/Straßenbahnen keine Karten erworben werden können. Kinder bis zum Alter von 10 Jahren zahlen nichts, wenn sie in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen sind. Es gibt ferner Tages-, 3-Tages-, Wochen- und Monatskarten. Wer ein verlängertes Wochenende bleiben und sich auch Museen ansehen möchte, für den lohnt sich der Roma-Pass, der ein 3-Tagesticket sowie den Eintritt zu den ersten 2 Museen oder Ausgrabungsstätten sowie diverse Preisnachlässe beinhaltet.
Der Bus- und Tramverkehr kann in Rom ganz schön Nerven kosten, denn es gibt kaum feste Fahrpläne. Die Busse/Straßenbahnen kommen – oder eben nicht. Außerdem ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel mit Kinderwagen eine echte Herausforderung. Wer die Busse, Bahnen und Straßenbahnen nutzen möchte, für den empfiehlt es sich, entweder auf der Seite des ATAC einen Netzplan herunterzuladen oder sich am Kiosk einen Stadtplan „Roma-Metro-Bus“ zu kaufen.
Taxi: Es gibt verschiedene Taxi-Firmen in Rom, die wohl bekannteste ist Auto Radio Taxi Roma. Aber Achtung: in vielen Taxen gibt es keine oder nur defekte Anschnallgurte!
Das eigene Auto: Fast der gesamte Innenstadtbereich von Rom ist Zona con Traffico Limitato, sodass die Nutzung des eigenen Autos kaum möglich ist.
Zu Fuß: Das Durchkommen mit einem Kinderwagen ist auf den römischen Straßen nicht einfach. Vielfach sind die Fußwege sehr schmal oder zugeparkt. Man kommt irgendwie voran, aber es kostet Nerven.

Touristisches:
Besichtigen: Für Kinder toll ist eine Besichtigung des Kolosseums und des Forum Romanum – für die Eltern gibt es ein Kombiticket, wenn nicht sowieso ein Roma-Pass (s.o.)gekauft wurde. Auch die Bocca della Veritá, die Lügnern angeblich die Hand abbeißt, und der Trevi-Brunnen, bei dem eine hineingeworfene Münze Glück bringen soll, sind für Kinder ebenso interessant wie die Engelsburg,in der man sich die alten Gefängniszellen angucken kann. Tochter 1 gefiel außerdem der Petersdom – die größte Kirche der Welt – sehr gut. Die Katakomben sind eher was für größere Kinder.
Stadtführungen: Für einen ersten Überblick ist die Fahrt in einem der 110er Doppeldeckerbusse (oben offen) toll. Ansonsten gibt es auch in Rom Stadtführungen, sogar solche extra für Kinder 
Kunst: Um die Kunst alter Meister zu bewundern, muss man nicht unbedingt in ein Museum, auch in vielen Kirchen können tolle Gemälde besichtigt werden.

Spielplätze/Draußen:
Villa Borghese: So richtig viele Spielplätze gibt es in Rom nicht, für Kinder nett ist die Villa Borghese, ein Park im Norden Roms. Dort gibt es einen Spielplatz, Cafés für die Eltern, Mini-Autoscooter, am Wochenende Ponyreiten und den Verleih von 4-er Fahrrädern.
Villa Pamphili: Dieser schöne Park im Osten Roms ist sehr grün und hat einen Spielplatz (dieser ist in der Nähe der Straße Via Olimpia).
Gianicolo: Auf dem Gianicolo-Hügel im Osten der Stadt gibt es ein kleines Karrussell, manchmal eine Hüpfburg, Ponyreiten und am Wochenende Mittags und Nachmittags Marionettentheater auf italienisch. Für die Eltern bietet der Gianicolo-Hügel einen tollen Blick über die Stadt und den Vatikan, allerdings ist der Weg auf den Hügel mit Karre sehr beschwerlich!
Achtung: Die Parks in Rom haben feste Öffnungszeiten, viele sind in den Abendstunden geschlossen.

Bei schlechtem Wetter:
Explora – il museo dei Bambini – Rom hat ein Kindermuseuem, das Explora, mit einer Stadt in Kindergröße. Hier können Kinder selber Alltagsdinge ausprobieren, die auf ihre Größe angepasst sind. Anmeldung ratsam.
Casina di Raffaelo – in der Villa Borghese gibt es die Casina di Raffaelo, ein Spielhaus für etwa 3-10 Jährige mit Toberaum und Bücherecke
Time Elevator – für größere Kinder und natürlich Erwachsene gibt es den Time Elevator, ein 3D-Kino über die Geschichte Roms.

Babykram: Windeln, Feuchttücher, Gläschen gibt es in den Supermärkten. Milchpulver, Schnuller, Babyspielzeug in den Apotheken. Achtung: Die Geschmacksrichtungen der Gläschen unterscheiden sich von denen in Deutschland, so ist in den italienischen Menu-Gläschen häufig Zwiebel und Salz drin. Große Drogerien wie Rossmann oder Budni in Deutschland gibt es in Rom nicht.

Essen:
Restaurants: Die Römer lieben Kinder, es wird meist auch nicht als Störung empfunden, wenn ein Kind mal brüllt. Für Kinder werden auch gern halbe Portionen gemacht, selbst wenn diese nicht auf der Karte stehen. Aber: die meisten Restaurants sind innen sehr eng, selbst der kleinste Platz muss genutzt werden, sodass man mit Kinderwagen häufig keinen Platz findet. Viele Restaurants haben nicht durchgehend geöffnet, sondern machen abends erst gegen 19.30 auf – für viele Kleine zu spät. Wo sich die Römer häufig keine Mühe geben, sind die Restaurant-Toiletten. Häufig fehlt die Klobrille, einen Ort zum Wickeln gibt es erst recht nicht.
Eis: Ein Eis kostet hier etwa 2,50 Euro. Für Kinder werden auf Nachfrage auch kleine Portionen gemacht.

Zum Arzt:
Eine Liste deutschsprachiger Ärzte gibt es hier.

Fazit: Rom ist toll, verlangt Familien mit Kinderwagen aber eine gewisse Gelassenheit ab.

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