Stockholm

Wir haben einen Städtetrip gemacht. Ein Urlaub im Urlaub sozusagen. Die Wahl fiel auf Stockholm. Da wir uns nicht mit ewiger Parkplatzsuche abmühen wollten, sind wir kurzerhand mit der Bahn hergekommen. Was im Hinblick auf mangelndes Stillsitz-Vermögen von Tochter 2 eine gute Idee war. Etwa 3 Stunden haben wir von unserem Haus in Småland in die Hauptstadt gebraucht. Am Bahnhof erreichte uns dann zunächst ein kleiner Kulturschock. Denn: wir wohnen seit nunmehr 2 Monaten fast im Wald mit nur 2 Nachbarn. Am Hauptbahnhof Stockholm mit seinem bunten Treiben haben wir innerhalb von 5 Minuten mehr Menschen zu Gesicht bekommen als in den letzten 2 Monaten zusammen, möchte man meinen. Nun gut, wir kommen aus Hamburg und wohnen dort mittendrin, dennoch ist es etwas anderes, wenn man nicht in einer Stadt zuhause ist, und von den Menschenmassen in eine U-Bahn getrieben wird, ohne zu wissen, in welche Richtung diese denn fährt.
Die Suche nach einer Unterkunft für eine Familie war gar nicht so einfach, Familienzimmer sind rar, die Stadt umschwärmt und wir waren mit 4 Wochen Vorlauf relativ spät dran. Gern hätten wir im ehemaligen Gefängnis auf Langholmen oder dem Segelschiff af Chapman übernachtet, die mir von einer lieben Freundin empfohlen wurden. Leider waren die jedoch ausgebucht. Schließlich fanden wir ein Hostel/Hotel unweit des Bahnhofes im In-Stadtteil Södermalm, wo wir noch ein Familienzimmer ergattern konnten  – Und man muss sagen, so ein Weitwinkelobjektiv ist doch was Tolles. Auf der Website des Hostels/Hotels war das Zimmer locker dreimal so groß wie in Natura. Ach übrigens: der Unterschied zwischen Hostel und Hotel liegt hier allein darin, dass man im Hostel sein Bett selbst beziehen muss und die Handtücher nicht täglich gewechselt werden; und im Preis natürlich. Aber ich will nicht meckern, die Lage ist optimal und für 3 Nächte schaffen wir es auch auf 14 Quadratmetern. Am ersten Abend haben wir nur einen kleinen Spaziergang gemacht und sind gleich zwischen diverse Fußballfans geraten, die laut gröhlend grüne und weiße Leuchtraketen abgefeuert haben. Ich vermute mal, dass ihre Mannschaft gewonnen hat? Wir sind dann doch lieber lecker essen gegangen.
 Am nächsten Tag haben wir typisches Touristenprogramm gemacht, gemeinsam mit einem Freund meines Mannes, den wir hier getroffen haben: Ab mit der Fähre nach Djurgården. Der Blick von der Fähre ist wirklich toll!
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Und dann auf Djurgården ins Vasa-Museum. Das dort ausgestellte Kriegsschiff, die Vasa, ist ja im 17. Jahrhundert auf seiner Jungfernfahrt gesunken und erst Mitte des 20. Jahrhunderts gehoben worden.
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Tochter 1 fand das Ganze unheimlich spannend, bis wir zu einem Raum kamen, in dem die Gebeine der auf der Vasa Ertrunkenen ausgestellt wurden. Nein, das war nicht das Richtige für das Gemüt unserer Großen. Zum Glück ist das Kinder-Museum Junibacken mit vielen Astrid Lindgren-Geschichten gleich nebenan, so konnten wir gemeinsam mit Pippi Langstrumpf und Karlsson vom Dach die Gedanken an die Knochen verscheuchen. Tochter 2 lauschte derweil dem schwedischen Kinderanimationsprogramm und war glücklich mit einer Handvoll Salzstangen. An Tag 2 sind wir zum königlichen Schloss gewandert und haben uns die Wachablösung angesehen. Fazit von Tochter 1: die Marschmusik  war toll, aber die so richtig stillgestanden haben die Wachen nicht. Leider war es  nicht so warm, sonst wären wir bestimmt noch ins Strandbad gegangen, das hier mitten in der Stadt ist. So haben wir uns dann die Altstadt angesehen – und tatsächlich einen Stadtbummel gemacht ohne etwas zu kaufen!
Am dritten und zugleich leider schon letzten Tag in dieser tollen Stadt sind wir noch einmal nach Djurgården gefahren und haben Skansen besucht, das erste Freilichtmuseum der Welt. Hier wurden fünf Jahrhunderte Schweden nachgebaut. Viele der kleinen Häuser kann man betreten, beim Bäcker echtes Brot kaufen,
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dem Schuster über die Schulter sehen und beim Glasbläser die feinen Arbeiten bestaunen.  Die jeweiligen „Bewohner“ sind alle zeitgemäß angezogen, was insbesondere Tochter 1 ganz großartig fand. Außerdem gibt es einen kleinen Tierpark mit einer illustren Auswahl an Tieren. Über Seelöwen
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und Otter, Kühe und Schafe, Hühner, Hasen, Papageien bis hin zu Elchen (endlich Elche!)
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ist dort alles vertreten.
Und dann hieß es auch schon: ab zum Bahnhof und Rückreise nach Småland. Die Tage in Stockholm gingen unheimlich schnell vorüber, ich habe es nicht einmal geschafft, Postkarten zu kaufen. Aber wir kommen bestimmt nochmal wieder. Irgendwann.

2 Gedanken zu „Stockholm

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