Ein Wörterbuch

Tochter 2 wird ein Krippenkind. Vor wenigen Tagen hat die Eingewöhnung begonnen, die sie auf den „Ernst des Lebens“ vorbereiten soll. Zunächst in unserer Begleitung wird sie ein, zwei Stunden in der Kita sein, dort mit den anderen Kindern spielen und dann wieder nach Hause gehen. Langsam wird sie an das Dableiben gewöhnt. Im Vorgespräch wurden wir geben, zu notieren, was sie mag und was nicht. Was sie so spricht – und was nicht. Und das ist gar nicht so einfach.
Denn: während Tochter 1 sprach, bevor sie laufen konnte, und seitdem (gefühlt) ununterbrochen redet, ist Tochter 2 eher wortkarg. Und wenn sie spricht, dann in ihrer Sprache, die alle Unwissenden gefälligst zu lernen haben. Klar, ein paar Worte hat sie aus unserer Sprache übernommen. Tisch, Milch, Buch, Geld, Mama, Papa, das ist einfach. Aber dass Dada, Nana und Nee Puppe, Schnuller und Schnee bedeuten, muss man erst mal lernen. Ihr liebstes Hobby ist das Tütschern, das Planschen mit Wasser. Wenn sie in die Wohnung kommt, ruft sie laut Awa (Hallo) und will ihre Pupu, ihre Hausschuhe haben. Sie lässt sich auch nicht korrigieren. Sagt man: Sag doch mal „Hallo“, sagt sie „Awa“. Das kann man stundenlang durchexerzieren und es führt eher dazu, dass man am Ende selber Awa antwortet.

Damit sie auch in der Kita verstanden wird, haben wir also ein Wörterbuch Tochter 2 – Deutsch geschrieben. Obwohl, manchmal überrascht Tochter 2 uns schon. Als wir neulich überlegten, was wir wohl essen sollten, rief sie „Sushi“. Aber vielleicht ist das Wort Sushi auch ein Internationalismus, also ein Wort, das in mehreren Sprachen gleich lautet und eben auch in der Tochter 2-Sprache.

Bleibt abzuwarten, welche Sprache sich letztlich durchsetzt.

In diesem Sinne: ! (Tschüß)