Wie man sich bettet

Wie man sich bettet, so liegt man. Wir liegen des Nachtens nach einem Jahr Reisen wieder ganz entspannt in unserem eigenen Bett. Naja, ganz entspannt ist vielleicht etwas übertrieben, denn ganz entspannt kann man es sicherlich nicht nennen, wenn Tochter 2 wach ist und wir sie zu uns legen, damit sie im gemeinsamen Kinderzimmer nicht auch noch Tochter 1 weckt. Tochter 2 turnt dann – gar nicht müde – mitten in der Nacht durch unser Bett. Es ist ganz erstaunlich, wie sehr das Kind, fest in einen Schlafsack eingepackt, Turnen kann. David Copperfield wäre sicherlich beeindruckt. Dann endlich, schläft sie irgendwann wieder ein. Und zwar, darauf kann man bei kleinen Kindern wetten, quer im Bett. Im Netz kursiert dazu ein lustiges Bild, und allen Menschen ohne Kind sei gesagt, das ist wirklich so. Wir rollen uns, so gut es geht, zusammen und versuchen irgendwie noch etwas Schlaf zu bekommen, bis uns der Wecker aus demselbigen reisst. Aber immerhin, wir liegen in unserem Bett. Bequem, gemütlich, perfekt.

Das war im letzten Jahr nicht immer so. So eine lange Reise durch Europa ist auch eine Reise durch verschiedene Betten. Andere Länder, andere Betten, sozusagen.
In Rom hatten wir ein Bett, da hing die Matratze samt Lattenrost fast bis auf den Boden durch. Man rollte unweigerlich in die Mitte. Und wenn alle Wege ja bekanntlich immer nach Rom führten, führten in diesem Bett alle Wege in die Mitte. Wir haben dem so gut es ging entgegengewirkt und sämtliche Telefonbücher, Stadtpläne, Zeitschriften und sogar einen großen Kochtopf zur Unterstützung des geplagten Lattenrostes unter diesen geschoben.
Auf Sizilien wurde es noch schlimmer, da war die gesamte Unterbettkonstruktion aus Metall, das sich aneinander rieb. Jedes Umdrehen wurde mit einem so lauten Knatschen bedacht, dass Tochter 2, die mit ihrem Babybett bei uns im Schlafzimmer untergebracht war, sofort wach war.
Sowohl in Italien als auch in England hatte man außerdem keine Bettdecke, sondern ein dünnes Laken mit Wolldecke darüber. Man zieht an dem einen, das andere verrutscht, man wühlt sich fest, und so richtig frisch waren die Wolldecken meist auch nicht.
In Schweden hatten wir, welch´ Freude, ein recht bequemes Bett und sogar mit Bettdecke! Das böse Erwachen kam beim Bettwäschewechsel, denn bei diesen Betten war der Lattenrost fest mit der Matratze verbunden. Keine Ahnung welcher Depp sich das hat einfallen lassen, eine bettwäschewechselnde Hausfrau sicher nicht. Zum Wechseln des Lakens musste man nämlich alles anheben, Krafttraining nichts dagegen.
Nun liegen wir also wieder, wie herrlich, in unserem Bett. Und Tochter 2 wird irgendwann die Quittung für ihre nächtliche Ruhestörungen bekommen. Vielleicht, wecken wir sie im Teenageralter Sonntags morgens immer um 8, wenn sie am Abend vorher tanzen war? Irgendwas fällt uns da sicher ein…

Tschüss Schweden

Tschüss Schweden, Du Land von Pippi Langstrumpf, Bullerbü, Petterson und Findus, IKEA und Kurt Wallander. Du Land mit wunderbarer, atemberaubender Natur, klaren Badeseen, großen Felsen, riesigen Elchen, roten Häusern und fabelhaften Campingplätzen.

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Mit Walderdbeeren, Blaubeeren, Preiselbeeren und Pfifferlingen vor der Tür. Mit wunderbaren Menschen gleich nebenan, großer Herzlichkeit und lustigen Festen. Mit einem „Du“ zu jedem – außer zur Königsfamilie. Mit leckerem Essen, unendlich vielen Zimtwecken (Kanelbullar) einem unglaublichen Hang zu Mayonnaise (fast zu allem, außer zu Köttbullar), mit Supermärkten ohne Alkohol (naja, jedenfalls nur bis 3,5% Alkohol, alles andere im Systembolaget), aber unzähligen Trinkliedern. Wir hatten eine tolle Zeit, die 3 Monate sind wie im Fluge vergangen. Wir werden Dich vermissen. Aber – wir sehen uns wieder. Bis dahin, hej då!

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In der Astrid Lindgren-Welt

Wir haben einen Ausflug in die Astrid Lindgren-Welt gemacht. Eigentlich haben wir sogar einen zweiten Ausflug dahin gemacht, denn unser erster Versuch vor wenigen Wochen scheiterte 3 Kilometer vorher im Stau. Nun also: an einem Freitag im September, ein Besuch an dem Ort, an dem alle Handlungsorte der Astrid Lindgren-Geschichten für Kinder nachgebaut wurden.

Unsere Kinder waren im Glück. Schon am Eingang begegneten wir der Prusseliese. Wir spazierten durch die Krachmacher Straße und begutachteten den Berg, den Klein-Lotta mit Tante Bergs Fahrrad hinunter geradelt ist. Dann schauten wir uns das Haus von Lotta an und konnten sogar einen Blick in ihr Kinderzimmer werfen. Nebenan im Haus von Tante Berg lag noch das Strickzeug auf dem Tisch und wenige Häuser weiter im Gefängnis schnarchte ein Sträfling in seiner Zelle.

In der Villa Kunterbunt trafen wir auf Kling und Klang, die zwei Polizisten, die gerade versuchten, Pippi Langstrumpf einzufangen, um sie ins Kinderheim zu bringen.

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Zum Glück kam auch gerade ihr Vater Kapitän Langstrumpf vorbei, denn sein Schiff die Hoppetosse hatte im Hafen angelegt.

Obwohl die kleinen Theaterstücke auf schwedisch waren, schauten unsere Töchter gebannt zu und als Pippi Langstrumpf dann auch noch zu singen anfing, war Tochter 2 nicht mehr zu halten und tanzte wild mit.

Weiter ging es zu Madita, und anschließend zu Michel – der in Schweden Emil heißt und in Deutschland vermutlich wegen „Emil und die Detektive“ umbenannt wurde. Michel bekam gerade seinen Kopf nicht mehr aus der Suppenschüssel und wurde zum Doktor gebracht.

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Nur kurze Zeit später zog er seine Schwester Ida am Fahnenmast hoch, damit diese bis in die Nachbarstadt Mariannelund schauen konnte.

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Tochter 1 stockte der Atem, denn das kleine Mädchen, das die Ida darstellte, wurde tatsächlich am Fahnenmast hochgezogen. Unglaublich, oder? Karlsson vom Dach trat in kleinen Wettbewerben gegen die Besucherkinder an und Tochter 1 versuchte sich an dem Nicht-den-Boden-berühren-Parcour, genau so wie es die Kinder in Bullerbü immer taten.

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Ein Besuch in der Astrid Lindgren-Welt können wir alle nur empfehlen. Es ist ein Themenpark für Kinder und zwar ohne Halligalli-Getöse, Zuckerwatte und Karussell sondern er nimmt Groß und Klein mit in die Heile-Welt-Geschichten von Astrid Lindgren, nicht mehr und nicht weniger.

Ein bisschen schwedisch

Die schwedische Sprache ist gar nicht mal so einfach, finde ich. Einige Worte sind den deutschen Pendants zwar sehr ähnlich, andere bedeuten hingegen etwas völlig anderes.
Wie wäre es zum Beispiel mit des Norddeutschen liebster Insel? Nein, ich meine nicht Mallorca, sondern Sylt. Sylt ist hier nämlich Marmelade.
Oder ein bisschen Öl zum Abendessen? Nicht zu verwechseln mit Olivolja. Das schwedische Öl ist nämlich Bier.
In einem Café las neulich ein deutscher Papa seinem Sohnemann die Speisekarte vor: Schau mal, hier gibt es Sandwich mit Schinken und Obst („Skinka och ost“). Wäre auch mal eine interessante Mischung, allerdings meint das schwedische Ost den Käse.
Und Kaka? Das ist natürlich der Kuchen.
Und Semester haben hier alle, nicht nur Studenten, das bedeutet nämlich Urlaub.

Zum Glück haben wir auch hier John Glade aka Google Translate dabei. Sicher ist sicher.

Kräftskiva

Kräftskiva, das Krebsessen im August, hat in Schweden Tradition. Das lernt  man spätestens, wenn man die Bullerbü-Bücher liest. Es ist sogar ein richtiges Fest. Es gibt in Salzwasser und Dill gekochte Krebse mit Brot, Käse und ordentlich zu Trinken.
Aber dafür geht man nicht in ein Restaurant. Nein, dieses Fest feiert man zuhause oder mit Freunden. Und so freuten wir uns riesig, als uns unsere lieben Nachbarn hier (die sind wirklich großartig) zu Kräftskiva einluden.

Überall hingen Lampions, der Tisch war bunt geschmückt und wir bekamen bunte Hütchen auf. Mitten auf dem Tisch stand ein riesiger Teller mit vielen kleinen Krebsen – und direkt dahinter eine illustre Auswahl an Aquavit. Denn, so lernten wir, nach jedem Krebs trinkt man einen Schnaps. (Ja, tatsächlich! Na dann Prost!) Und zu jedem Schnaps singt man ein Trinklied. So kamen wir nicht nur in den Genuss eines leckeren Essens sondern auch schwedischer Trinklieder samt Gitarrenbegleitung. Es gab sogar ein Trinklied, das als Melodie “O Tannenbaum”  hatte – der Text ging aber eher so: “Nun trink mal schön, nun trink mal schön…” Wir sangen lauthals mit. Es war herrlich. Nur Tochter 2, die ordentlich Krebs futterte, war das Gesinge etwas suspekt und sie schüttelte immerzu den Kopf, wenn wieder ein neues Lied angestimmt wurde. Tochter 1 hingegen fand es super.

Es war ein wundervoller Abend bei neuen Freunden. Sowas sollten wir vielleicht auch mal in Hamburg einführen. Eine Gitarre haben wir ja schonmal…